Schultheater bringt Farbe ins Leben

In einer schwarzen Welt regiert eine gemeine Königin, die außer Menschen und Tieren vor allem Farben hasst. Doch die Menschen lassen sich nicht einschüchtern. Sie bringen immer wieder Farbe ins Leben, indem sie Tücher aus ihrem Zuhause mitbringen oder in bunte Farben gekleidet sind. Auch wenn die Königin alle Menschen mit farbigen Stoffen in den Wald abführen lässt, schaffen es die Bewohner schließlich, dass sie von ihrem Fluch befreit und ein Teil der fröhlichen und bunten Gemeinschaft wird:

Am Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum (SBBZ) St. Georgen wurde das umfangreiche Theaterstück mit dem Titel „Wir machen die Welt bunt“ nach wochenlangen Proben uraufgeführt. Ein ganzes Schuljahr lang haben die Schülerinnen und Schüler unter der Anleitung von Lehrerin Raphaela Menner im Musik- und Kunstunterricht Ideen entwickelt, Szenen erfunden, Kostüme und Kulissen gebastelt, gemalt, Lieder gelernt und Tänze geprobt.

So entstand nach und nach ein Gemeinschaftswerk, an dem alle Klassen beteiligt waren. Jedes Kind spielte ein Rolle - und natürlich auch alle Lehrkräfte, die das Projekt tatkräftig unterstützten.

Im Zentrum des Theaterstücks stand die griesgrämige Königin, die sehr überzeugend von einer Schülerin der Klasse 5a gespielt wurde. Stets gelangweilt grollten ihre Anweisungen über die Bühne. Dabei thronte sie immer würdevoll am Rand des abwechslungsreichen Treibens und quittierte herablassend die Anstrengungen von Künstlern und Untergebenen mit abwertenden Kommentaren. Sogleich ließ sie die Akteure durch die herbeigerufenen Ritter, Jäger oder Henker abführen.

Herrlich erfrischend waren die Einlagen des Hofpersonals. Zu heiter schwingender Musik schafften die Hofdamen und Putzkräfte Ordnung im großen Schloss und brachten Schwung in die Inszenierung. Die Schülerinnen und Schüler der vierten und fünften Klassen tänzelten leichtfüßig und keck über die Bühnenbretter. Insbesondere die Köche sorgten aufgrund der verspielten Musik und den wippenden Schritten sowie den skurrilen Kochutensilien im Publikum für erheitertes Gelächter.

Die Klassenstufe eins bis drei bot ein knuffiges Flötenspiel dar, dass sie mit ihrer Klassenlehrerin Kerstin Frey einstudiert hatten. Alle Schülerinnen und Schüler spielten die gleiche Melodie und erschufen einen rührend-melancholischen Gleichklang. Die Klassenstufe sechs bis sieben führte sogar zwei Einlagen auf, die sie mit viel Freude und Ehrgeiz in den vorhergehenden Wochen trainiert hatten. Zum einen zeigten sie ein rappendes  Huhn, dass die Kinder durch eine tolle Gesangsdarbietung veranschaulichten und zum anderen präsentierten die Jugendlichen einen Gruppentanz, der sich aus synchronen und individuellen Schrittfolgen zusammensetzte. Auch an diesen Stellen des Theaterstücks nahm die Stimmung Fahrt auf und das Publikum wurde sogar zum Mitklatschen hingerissen.

Doch das Theaterstück bot nicht nur musikalischen Hochgenuss, sondern war auch mit akrobatischen Darbietungen versehen. Schülerinnen und Schüler der Klassen vier und fünf zeigten eindrucksvoll, wie gelenkig sie sind, indem sie Räder schwangen, sich zu Brücken verbogen oder gar einen Spagat vollführten. Die Schülerinnen der Klassenstufe sieben bis acht zeigten einen Tanz, der aufgrund der schwingenden Tücher an Jonglierkunst erinnerte, der die Zuschauer offensichtlich in seinen Bann zog, denn dieses klatschte eifrig im Takt mit.

Das Publikum war nach der zweistündigen Aufführung begeistert und ging sichtlich beschwingt und stolz ob der Leistung der eigenen Kinder nach Hause.                                                                                      (Bericht von Torsten Stratmann)